Vasil Dinev | Photography

 

Homo ludens

(lateinisch homō lūdēns', deutsch der spielende Mensch)

 

Von West nach Ost, bis in jede Ecke Bulgariens bereiten sich Männer, Frauen und Kinder ganzjährig vor. Für den Tag an dem die Kukeri, die bösen Geister und die Krankheiten vertreiben werden. Die Maskerade ist ein sehr verbreitetes Ereignis, das jedes Jahr in ganz Bulgarien stattfindet.

 

Die Kukeri oder auch Babugeri genannt, sind in den bulgarischen Dörfern Krupnik, Kalugerovo oder Dzhinot seit ca. 40 Jahren in dem Form zu sehen. Die Tradition des Maskierens wird von Vater zu Sohn übergeben. Daniel ist 9 Jahre alt und wird von seinem Vater Julian für das Festival vorbereitet. Julian war selbst damals Kuker, ein Tänzer in tiergestallt und fährt wegen der Traditionsübergabe mit Freude die 100 Kilometer. Daniel begleitet ihn seit dem er 6 war. Doch 2021 könnte er nicht auf das Fest gehen, da dies aufgrund

der Pandemievorschriften abgesagt wurde. Jetzt freute sich die Familie auf das Fest ein Jahr später noch intensiver. Der Großteil der Kostüme werden jedes Jahr überarbeitet.

 

Grund dafür können Verschleiß im Leder sein oder eine Grössenänderung. Ein Kostüm kostet zwischen 5000 und 15000 Euro und wird in Handarbeit aus Ziegenleder genäht. Für eines der Kostüme braucht man bis zu sechs Ziegen, die extra für den Zweck gezüchtet werden. Der Ursprung der Tiergestallten ist nicht ganz klar. Da das Fest sich immer wieder stark veränderte und auch sich von Dorf zu Dorf sich unterscheidet. Der Ursprung scheint vorchristlich zu sein.